Salzburger Auferstehungskirche, Dr. Adolf-Altmann-Straße 10, Salzburg

KünstlerInnengespräch

Einführung zur Kammeroper “Die Lutherin”

Veranstalter: Evangelisches Bildungswerk

Evangelische Christuskirche Salzburg, Schwarzstraße 25, Salzburg

Die Lutherin

Uraufführung

Katharina von Bora (1499-1552) (Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1526)

Eine Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik
in Kooperation mit der Universität Mozarteum Salzburg / Institut für Gleichstellung und Gender Studies und Diversity Förderverein für evangelische Kirchenmusik.

  • Kammeroper von Agustín Castilla-Ávila

    Text / Libretto: Agustín Castilla-Ávila und Originalzitate (Martin Luther)

    gewidmet Gertraud Steinkogler-Wurzinger

    • Gertraud Steinkogler-Wurzinger – Lutherin (Mezzosopran), Orgel, Gläser
    • Agustín Castilla-Ávila – Gitarren
    • Juanjo Guillem – Schlagzeug
    • Regie: Christa Hassfurther

Situation: Katharina von Bora, die Lutherin, hält kurz vor ihrem Tod Rückschau.

Veranstaltungsreihe

Das Institut für Gleichstellung und Gender Studies an der Universität Mozarteum Salzburg widmet dem Lutherjahr 2017 eine Veranstaltungsreihe:
“unGEhalten wortGEwaltig – Tischreden im Nachhall von Luthers Hammerschlag”
Trotz des Zweifels, ob dieser besagte Hammerschlag tatsächlich stattfand, haben jedenfalls bereits im Sommersemester 2017 mehrere Vorlesungen, Performances und Konzerte unter diesem Übertitel stattgefunden. Den krönenden Abschluss bildet nun die Uraufführung der Kammeroper “Die Lutherin” in der Christuskirche in Salzburg.
Es ist dies ein vom Institut für Gleichstellung und Gender Studies initiierter Kompositionsauftrag an Agustín Castilla-Ávila, Absolvent der Universität Mozarteum und stellvertretender Vorsitzender der IGEM.

Der Förderverein für Evangelische Kirchenmusik in Salzburg und Tirol hat seinerseits diese Premiere in die Veranstaltungsreihe “Luther Lied 1517 - 2017, Frau Musica spricht” eingebunden.

Die Geschichte

Katharina v. Bora (1499-1552), die Ehefrau des Reformators Martin Luther, erzählt ihre Geschichte am Ende des Lebens. Sie hat als junge Nonne das Kloster verlassen, um sich mit acht anderen Mitschwestern den Freiheitsworten Martins, der damals noch ein Augustiner Eremit war, anzuschließen und sich in seinen Schutz zu begeben, denn: aus dem Kloster entflohenen Nonnen drohte die Todesstrafe.
Liebe auf den ersten Blick war es wohl nicht, die dazu führte, dass der ehemalige Mönch Dr. Martin Luther seine tüchtige Käthe heiratete. Letztere soll als frischgebackene Ehefrau gleich einmal die vergammelte Matratze entsorgt haben. ...

Luther fand Katharina zu geschwätzig. Meine Käthe hatte ich dazumal nicht lieb, denn ich hielt sieverdächtig, als wäre sie stolz und hoffärtig. Schön langsam jedoch kam der schon etwas in die Jahre gekommene “Einsiedler” auf den Geschmack des Ehelebens: Wenn man im Bette erwacht, sieht man ein Paar Zöpfe neben sichliegen, welche man früher nicht sah.
Als sich Katharina im Lauf der Zeit als die Herrin des Schwarzen Klosters – dem Wohnhaus der Luthers – erwies, bedachte der Herr Dr. Luther seine um 14 Jahre jüngere Ehefrau mit Kosenamen wie: "Herr Käthe", "Herzliebe Hausfrau Katherin Lutherin", "Meine herzliebe Käthe, Doktorin Luther".
Und das zu Recht: Am Tisch saßen täglich 20 Personen: Luthers Studenten, Flüchtlinge, Kranke, entlaufene Mönche und Nonnen, die eigenen sechs Kinder und weitere sechs Kinder von verstorbenen Geschwistern.
Katharina war Bäuerin, Imkerin, Bierbrauerin, kaufte Äcker und Wälder und führte selbständig ein Unternehmen mittlerer Größe, um das sich ihr Herr Doktor Martin Luther keinen Deut kümmerte. Er betrieb Theologie und genoss in vollen Zügen, was ihm seine “Käthe” auf den Tisch stellte. Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher. Amen.

Eine starke Frau an der Seite eines starken Mannes musste sie gewesen sein. Fleißig, sparsam, umsichtig, energisch und schlagfertig, die ihrem Martinus auch widersprechen konnte und durfte. In Liebe ihrem Herrn zugetan hat sie dem zuweilen polternden Reformator wohl auch Respekt und Liebe beigebracht, sich für seine Sache mit Herz und Seele eingesetzt und ihn in seinen Ängsten getröstet.