Johannes KotschyJohannes Kotschy

Biografie

Johannes Kotschy, Komponist, Theoretiker, Klangbildner. Geboren in Bayern. Studium der Pharmazie in München, sowie Klavierkammermusik und Komposition an der Hochschule Mozarteum Salzburg. Seit 1981 freischaffender Komponist. Freier Mitarbeiter am Institut für Musikalische Grundlagenforschung an der Universität Mozarteum Salzburg.

1986 stellte er das von ihm entwickelte Naturtonsystem bei den Darmstädter Ferienkursen vor, war Initiator der Heidelberger Naturton-Symposien und entwickelte eine Keyboard-Tastatur (New Keyboard), die auf einfache Weise das Spiel mit Mikrotönen erlaubt (US- und europäisches Patent). Er gründete den Eigenverlegerverband österreichischer Komponisten gemeinsam mit anderen Salzburger Komponisten (Klaus Ager, Herbert Grassl, Boguslaw Schaeffer, Andor Losonczy u.a.) und war bis 1994 Präsident der von ihm (zusammen mit Klaus Ager und Herbert Grassl) gegründeten IG Komponisten Salzburg. Er war von 1998 bis 2009 Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik (derzeit deren Vizepräsident).

Schwerpunkte des musikalischen Schaffens: Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke, Oper, Musik-Happenings, Musik für Solo-Instrumente und Klangobjekte (Escalophon, Klangkubus). Seit 1985 ausschließlich Werke im Naturtonsystem, beruhend auf der 72-stufigen Skala der Ekmelischen Musik. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theorie der Naturton-Musik.

Die Naturton-Musik, wie sie für die Musik von Johannes Kotschy charakteristisch ist, basiert auf den Intervallen der Naturtonreihe (Obertonreihe), wobei die im herkömmlichen temperierten Tonsystem nicht enthaltenen Töne (ekmelsche Töne) ebenso mit einbezogen sind wie die Mikrointervalle aus den höheren Bereichen der Naturtonskala und Intervalle, die sich aus der Kombination von solchen Skalen ergeben. Dadurch entstehen unendlich viele Möglichkeiten, neue, noch nie gehörte Klänge zu entwickeln. Johannes Kotschy geht mit diesem Material behutsam um, denn das Hören und Erkennen muss für die Interpreten und auch für die Hörer möglich sein.

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Diskografie

Publikationen

  • Johannes Kotschy: Neue Wege mit Naturtönen. Ihre Bedeutung in der Komposition für Blasinstrumente. In: Clarino. Nr. 2, .
  • Johannes Kotschy (Hrsg.): Mikrotonalität. In: Ton. Zeitschrift der IGNM, Sektion Österreich. 4-1996 / 1-1997.
  • Johannes Kotschy: Musizieren mit Obertönen – Teil I. In: Jugend musiziert. Nr. 94, , S. 33–35.
  • --: Musizieren mit Obertönen – Teil II: Mikrotöne auf Blasinstrumenten. In: Jugend musiziert. Nr. 95, , S. 31–33.
  • --: Musizieren mit Obertönen – Teil III: Mikrotöne auf Saiteninstrumenten. In: Jugend musiziert. Nr. 96, , S. 39–42.
  • --: Mikroharmonik, Teil I: Wie tonal ist mikrotonale Musik? In: Jugend musiziert. Nr. 98, , S. 35–37.
  • --: Mikroharmonik, Teil II: Auf dem Weg zur Mikroharmonik. In: Jugend musiziert. Nr. 99, , S. 35–39.
  • --: Mikroharmonik, Teil III: Auf dem Weg zur Mikroharmonik. In: Jugend musiziert. Nr. 100, , S. 16–19.
  • --: Auf dem Weg zur Mikroharmonik. In: Kai Bachmann und Wolfgang Thies (Hrsg.): Musikwissenschaft – Musikpraxis. Festschrift für Horst-Peter Hesse zum 65. Geburtstag (= Wort und Musik. Bd. 43). Müller-Speiser, Anif/Salzburg .
  • --: Mikrotonale Musik. In: Österreichisches Musiklexikon. , .
  • --: West-östlicher Einklang. Bericht zum Symposium in Salzburg. .
  • --: Mikrotonalität – eine Zeiterscheinung? In: Österreichische MUSIKZEITschrift. Nr. 7, .