Evangelische Christuskirche, Salzburg
Sala Centro Cultural Galileo, Madrid, Spanien
Die Lutherin
Uraufführung
- Eine Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik
- in Zusammenarbeit mit der Universität Mozarteum Salzburg / Institut für Gleichstellung und Gender Studies
- und Diversity Förderverein für evangelische Kirchenmusik
-
Text / Libretto: Agustín Castilla-Ávila und Originalzitate (Martin Luther)
Die Lutherin
Kammeroper
gewidmet Gertraud Steinkogler-Wurzinger
- Gertraud Steinkogler-Wurzinger – Lutherin (Mezzosopran), Orgel, Gläser
- Agustín Castilla-Ávila – Gitarren
- Juanjo Guillem – Schlagzeug
- Regie: Christa Hassfurther
Situation
Katharina von Bora, die Lutherin, hält kurz vor ihrem Tod Rückschau.
Veranstaltungsreihe
Das Institut für Gleichstellung und Gender Studies an der Universität Mozarteum Salzburg widmet dem Lutherjahr 2017 eine Veranstaltungsreihe:
“unGEhalten wortGEwaltig – Tischreden im Nachhall von Luthers Hammerschlag”
Trotz des Zweifels, ob dieser besagte Hammerschlag tatsächlich stattfand,
haben jedenfalls bereits im Sommersemester 2017 mehrere Vorlesungen,
Performances und Konzerte unter diesem Übertitel stattgefunden.
Den krönenden Abschluss bildet nun die Uraufführung der Kammeroper
“Die Lutherin” in der Christuskirche in Salzburg.
Es ist dies ein vom Institut für Gleichstellung und Gender Studies initiierter Kompositionsauftrag an Agustín Castilla-Ávila,
Absolvent der Universität Mozarteum und stellvertretender Vorsitzender
der IGEM.
Der Förderverein für Evangelische Kirchenmusik in Salzburg und Tirol hat seinerseits diese Premiere in die Veranstaltungsreihe “Luther Lied 1517 - 2017, Frau Musica spricht” eingebunden.
Die Geschichte
Katharina von Bora (1499-1552),
die Ehefrau des Reformators Martin Luther, erzählt ihre Geschichte
am Ende des Lebens. Sie hat als junge Nonne das Kloster verlassen,
um sich mit acht anderen Mitschwestern den Freiheitsworten Martins,
der damals noch ein Augustiner Eremit war, anzuschließen und sich
in seinen Schutz zu begeben, denn: aus dem Kloster entflohenen Nonnen
drohte die Todesstrafe.
Liebe auf den ersten Blick war es wohl nicht, die dazu führte, dass der
ehemalige Mönch Dr. Martin Luther seine tüchtige Käthe heiratete.
Letztere soll als frischgebackene Ehefrau gleich einmal die vergammelte
Matratze entsorgt haben. ...
Luther fand Katharina zu geschwätzig.
Meine Käthe hatte ich dazumal nicht lieb, denn ich hielt sieverdächtig, als wäre sie stolz und hoffärtig.
Schön langsam jedoch kam der schon etwas in die Jahre gekommene
“Einsiedler” auf den Geschmack des Ehelebens:
Wenn man im Bette erwacht, sieht man ein Paar Zöpfe neben sichliegen, welche man früher nicht sah.
Als sich Katharina im Lauf der Zeit als die Herrin des Schwarzen
Klosters – dem Wohnhaus der Luthers – erwies, bedachte der Herr
Dr. Luther seine um 14 Jahre jüngere Ehefrau mit Kosenamen wie:
"Herr Käthe", "Herzliebe Hausfrau Katherin Lutherin", "Meine herzliebe
Käthe, Doktorin Luther".
Und das zu Recht: Am Tisch saßen täglich 20 Personen: Luthers Studenten,
Flüchtlinge, Kranke, entlaufene Mönche und Nonnen, die eigenen sechs
Kinder und weitere sechs Kinder von verstorbenen Geschwistern.
Katharina war Bäuerin, Imkerin, Bierbrauerin, kaufte Äcker und Wälder
und führte selbständig ein Unternehmen mittlerer Größe, um das sich ihr
Herr Doktor Martin Luther keinen Deut kümmerte. Er betrieb Theologie und
genoss in vollen Zügen, was ihm seine “Käthe” auf den Tisch stellte.
Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher. Amen.
Eine starke Frau an der Seite eines starken Mannes musste sie gewesen sein. Fleißig, sparsam, umsichtig, energisch und schlagfertig, die ihrem Martinus auch widersprechen konnte und durfte. In Liebe ihrem Herrn zugetan hat sie dem zuweilen polternden Reformator wohl auch Respekt und Liebe beigebracht, sich für seine Sache mit Herz und Seele eingesetzt und ihn in seinen Ängsten getröstet.




